Unterwegs

So. Nun aber!
Die Frau Autorin hat sich fest vorgenommen einen kleinen Rückblick zu diktieren. Ja, genau, diktieren. Schließlich sind hier auf dem stillen (w)örtchen immernoch ganz offiziell wir werten Hundlinge die Schreibenden. (Wenn unsere geliebte und seit einem Jahr verstorbene Lila das mittlerweile auch – schniefschnaubschluchz – von einer anderen Galaxie aus macht.)

Ein Rückblick auf den wilden Leseherbst soll es sein. Denn von Ende September bis Ende November war die Gemüsetante, Tierflüsterin und Kinderbuchautorin viiiiel unterwegs. Und das in letzt genannter Funktion. „Viel“ ist da allerdings relativ. Es gibt allerlei Kinderbuchschreibende, die reißen locker 150 Lesungen im Jahr. Bei Judith waren es vermutlich gerade mal an die 50. Wenn überhaupt. Aber für eine stets schwer Heimwehgeplagte – gerade wenn die Lesereisen mit einsamen Tagen in fremden Städten und einsamen Übernachtungen in Hotels verbunden sind – reicht das tatsächlich. Was nicht heißen soll, dass an den Reisen nichts Schönes dran ist. Oh nein! Schließlich heißt Heimweh auch, sich auf die Rückkehr nach Hause zu freuen. Und zu erzählen hat man auch was. Und selbstverständlich machen Lesungen Spaß! Meistens sogar richtig, richtig viel. Und sie haben einen riesigen, guten, wichtigen Zweck: Leseliebe fördern!
Aber nun bitte mal der Reihe nach:

Los ging es Ende September, nach zwei Monaten besinnlicher, sommer- und spätsommerlicher Hof-, Garten- und Draußenzeit. Geschrieben wurde natürlich. Und Gemüse geerntet und verarbeitet. Vor allem Tomaten. Siehe HIER.).

Und dann also – zack. Ab in die Großstadt! Nach Stuttgart nämlich. Die Stadtbibliothek hatte geladen, zur Abschlusslesung von „Heiß auf Lesen“. Eine Ehre war es und schön noch dazu! (Ein Minibericht findet sich auch hier)

Die Woche drauf – erneut große Aufregung! Wieder ein Trip mit der Deutschen Bahn nach Baden Württemberg. Diesmal nach Öhringen in die Stadtbücherei. Da stand eine „Ginger“-Premiere auf dem Programm. Eine Gelungene! Den Sechstklässlern hat es gefallen. Und glückliche Kinder bedeutet glückliche Autorin. Puh! (Die war nämlich vorher ganz schön aufgeregt.) Und der Saal im historischen Gebäude war im Übrigen auch nicht übel. Mit nackigem Publikum an der Decke!

Und in der nächsten Woche:
Ab nach Hessen! Genauer gesagt mit dem Zug nach Darm- und von da mit dem Bus nach Pfungstadt.
Dort war Judith nicht mal einsam. Die nette Veranstalterin hat zum Essen eingeladen. Und das Hotel war sehr amüsant. Ein „Automatenhotel“ nämlich. In einem solchen gibt es kein Personal und auch kein Frühstück. Nur ein Kästchen an der Tür, um den Code zum Öffnen anzutippen – und einen Fensterblick auf den Baumarkt. Da der nächste Supermarkt um die Ecke war, bot sich morgens ein leckeres Luxusfrühstück. Die Autorin, die wegen ihrer veganen Ernährungsgewohnheiten Hotelfrühstückereien meist gar nicht so klasse findet, war geradezu entzückt! (Herd und Geschirr und Wasserkocher und alles war vorhanden und somit auch – nicht im Bild – ein Pulverkaffee-Heißgetränk.)

Die Lesungen am nächsten Tag waren ebenfalls entzückend. Erst zwei Schullesungen. Dann nochmal ein spendiertes Mittagessen (Dankeschön!!!) und dann: Ab ins (Retro-)Kino! Kein Film, sondern eine öffentliche Lesung aus „Die Wilden Pfifferlinge“ stand auf dem Programm und das mit sehr gut gefüllten Kinoreihen (auch wenn das auf den Fotos noch nicht zu sehen ist, die wurden zu früh geknipst) und toller Stimmung.
Danke, ihr lieben Pfungstädter, alle miteinander!


Die Woche drauf dann – wieder nach Hessen. Diesmal Frankfurt. Buchmesse! Und zwischendrin ein Abstecher nach Kronberg im Taunus, um dort zweimal in der Bücherei vor Schulklassen zu lesen. Praktischerweise ist Kronberg nur etwa zwanzig Minuten S-Bahnfahrt von Frankfurt entfernt. Allerdings gibt es von den Lesungen leider kein Foto. Nur das der nebeligen-tristen Bahnfahrt von der Lesung zur Messe. Die Lesung war so ungefähr das Gegenteil: Kunterbunt und sehr unterhaltsam.

„Kunterbunt und unterhaltsam“ traf auch auf die Messe zu. Die ist nämlich eine Art großes Kaffeekränzchen unter (Kinder-)Buchmenschen. Zwar sind die beiden Tage mal wieder nur so vorbei gerauscht – aber das mit allerlei Glücksmomenten.

Es startete schon mit der Bahnfahrt. Nicht alleine, sondern mit einer Lieblingskollegin ist Judith angereist. Anna Albrecht – eine Kunsthistorikerin, die ganz tolle Kinderbücher schreibt. Das war eine feine Plauerei! Gemeinsam ging es in Halle 3 auf Buchentdeckungstour. (Bild 1-3) Und dann auf liebe-Kinderbuchmenschen-Hallo-und-Freu-Tour.
Da waren die geschätzten Agentinnen (Bild 4). Von denen die eine netter- und grinsenderweise das nigelnagelneue Schweinekleid der Autorin festgehalten hat (Bild 5).
Da waren liebe KollegInnen mit denen man sein Pausenbrot essen konnte (Bild 6 – also jeder sein eigenes, natürlich!). Man durfte sich aber auch ohne Stulle einfach nur über das ersehnte Wiedersehen freuen (Bild 7).
Manchmal sitzt so ein Büchermensch auch nur da und guckt und streckt die Beine aus. Aber nur kurz! (Bild 8). Man knipst eventuall mal heimlich Fotos von geliebten Mitgliedern der alljährlichen Bologna-Reisefamilie (Bild 9).
Man posiert mit der Lektorin für die social media-Aktivitäten des Verlags (total unverkrampft!! – Bild 10).
Man quetscht sich mit Agenturkolleginnen in einen Aufzug, um bis ganz nach oben in ein Einkaufszentrum zu fahren, wo sich die Partylocation für die Agentursause befindet (Bild 11).
Und des nachts trifft man dann wieder auf die liebe, geschätzte und zwischendurch im Jahr viel zu sehr vermisste, Bologna-Familie, um müde und glücklich (und das heißt dann „mücklich“) auf die S-Bahn Richtung Heia-Bett zu warten (Bild 12).

Das mal so als Beispiel dafür, wie Buchmesse aussehen kann. 😉

Freitag mittag dann wieder zuhause – und Sonntagmittag:
Aber sicher doch – nächste Lesereise!
Und was für eine. Tübingen hat gerufen. Genauer gesagt, die Bibliothekszentrale. Und das bedeutete: Montag bis Donnerstag Lesungen im Regierungsbezirk Tübingen. Fast jeden Tag drei an der Zahl – an drei verschiedenen Schulen oder Büchereien. Damit das möglich war, wurde die Frau Autorin von hilfsbereiten und leseförderungsbegeisterten Mitarbeiterinnenn des Regierungspräsidiums oder der Büchereien herum kutschiert. Ja und da hat sie vielleicht was gesehen von der Welt. Von der Alb an den Bodensee und fast wieder zurück. Und hotelmäßig war auch alles dabei. Von der kleinen Pension bis zum Edelhotel.

Los ging es auf der Alb. Und gleich mit nettester Begleitung und Unterhaltung. Zum einen hat die Organisatorin der Lesereise Judith den ganzen Tag fürsorglichst herum kutschiert. Dann kam auch noch Besuch: Noch ne Judith! Die liebe Judith Le Huray, ebenfalls Kinderbuchautorin, düste heran, um der Lesung zu lauschen, um ein kleines gemeinsames Mittagessen einzunehmen und um ein bisschen spazieren zu gehen. Und für ein Erinnerungsfoto (im Rosengarten) natürlich!
Danke, liebe Judith – schön war’s!

Dann gab’s in Rosenfeld bei der Lesung auch noch einen Lesungshund! Dackel Questo hat beim Knipsen allerdings schon die Kinder kommen hören. Da war die Frau Autorin verständlicherweise nicht mehr interessant genug. (Die Rosenfelder Kinder waren dann übrigens genauso wohlerzogen wie der Dackel!)

Der Fensterblick war auch nicht übel. Idyll-Idyll!

Wie gesagt, von der Alb ging’s bis an den Bodensee.
Den hat die Frau Autorentante gerade noch vor Sonnenuntergang erwischt. So ein See, der würde sich schon auch gut machen, zuhause auf dem Hof!

Und weil vor der Lesung in Friedrichshafen am nächsten noch Zeit war – gleich noch mal ab zum kühlen Nass! Und trotz Höhenangst den Ausguck hinauf geklettert! Das war ein Blick. Nicht nur der See hat geleuchtet – auch noch die Alpen. Und die Autorin innerlich. Im wunderschicksten Vorlesungsmorgengold.

Dann folgte eine Lesung mit Arbeitsteilung. Möwe Frieda hat nämlich ein bisschen mitgeholfen, bei der top-organisierten und herzlich betreuten Pfifferlingslesung im Medienhaus am See:

Ansonsten hätten insgesamt von der Woche natürlich noch viiiiel mehr Lesungsfotos geknipst werden können. Gab es doch satte elf Mal Gelegenheit dafür.

Aber naja. Im Trubel geht dann doch vieles unter. Deshalb hier einfach noch ein unsortieres, kleines, kunterbuntes Tübingen-Lesereisen-Foto-Kuddelmuddel.
Bild 1: Bisschen ungeduldige Autorin – eine Klasse taucht nicht auf, weil die Lehrerin verschlafen hat! 🙂
Bild 2: Typisches (und immer leider viel zu alufolienlastiges) Lesereisenessen: Falafel im Fladenbrot.
Bild 3: Heimweh-Trost und Heimwehvergrößerung gleichzeitig
Bild 4: Lesereisenplakat, wie es in der Woche an elf Büchereien zu finden wahr
Bild 5: Hotelzimmer mit Balkon – perfekt für frischluftfantatische Autorinnen
Bild 6: Saatguttauschbox in der Stadtbücherei Tettnag – hat perfekt zur Wilden Pfifferlingslesung gepasst!

Nach den Tagen rund um Tübingen fand dann am Freitag noch ein Lesungsvormittag in Heimatnähe statt. (Ohne Beweisfoto mal wieder, tschuldigung. Aber ehrlich, sehr, sehr schön war es in Röthlein!) Dann hieß eine Woche lesungstechnisch auf dem heimischen Bauernhof durchschnaufen – und dann:

Ab für ein paar Tage zum Schulblätterwald nach Forchheim!
Ein Heimspiel war das. Ohne Hotelübernachtungen. Ohne verpasste Umstiege. Ohne zu viel an kalten, dunklen Bahnhöfen herum zustehen. Nur je eine kleine Autofahrt zum Bahnhof, von da direkt nach Forchheim und dann erneut äußerst nett herum kutschiert worden. Mal mitten in die Fränkische Schweiz, mal „urbaner“ im Forchheimer Stadtgebiet. Sehr nett war auch da wieder die Betreuung. Inklusive privater Mittagsversorgung mit Nachtisch (danke für die Kürbissuppe und die netten Gespräche, liebe Ingeborg!). Und wunderbar war es auch, mitsamt den anderen Kolleginnen und Kollegen, von Seiten des supertollen Orga-Teams eine Stadtführung und ein Abendessen zu erhalten. Davon gibt es leider auch mal wieder kein Beweisfoto. Nur eines von der Heimreise im Zug – neben dem lieben und geschätzten Gruppe 7-Kollegen Rolf-Bernhard-Essig.

Ansonsten auch hier nochmal eine kleine Auswahl an Lesungseindrücken:

Wie unschwer zu erkennen ist – sehr oft war der Empfang richtig, richtig großartig! Was ja auch zur nachhaltigen Leseförderung gehört. Wenn die Kinder merken, dass die Lehrerinnen und Lehrer die Lesung für etwas ganz Besonderes halten, und alles dementsprechend vor- und bestenfalls auch noch nachbereiten, kommt die Wertschätzung schon fast von allein.
Überhaupt waren es – nachdem letztes Jahr noch vielmehr die schulfernen Corona-Nachwehen zu spüren waren – fast immer richtig tolle Lesungen. Mit Kindern, die sich begeistern lassen, mit Lehrerinnen und Lehrern, die ebenso leidenschaftlich dabei sind. (Manchmal gibt es da schon auch mal andere Variationen – Lehrkräfte, die korrigieren, tuscheln oder auf dem Handy herumwischen. Oder auch mal Kinder, die einfach so gar nicht stillsitzen und zuhören können.)

Vorbei war der Leseherbst aber noch immer nicht. Ein Trip nach Göttingen stand unter anderem noch aus. Da war Judith mit so einigen netten Kolleginnen und Kollegen im gleichen Hotel einquartiert. Es gab eine sehr nette Auftaktveranstaltung zum Kennenlernen und auch dann hat man sich zum Essen und Plauschen am abend, nach den Lesungstagen, getroffen. Außerdem hat Judith ihre Stimme in Göttingen verloren! Da musste die nächste Lesung in der Woche, die Vorletzte des Jahres, ein wenig verschoben werden. Ausgerechnet am bundesweitigen Vorlesetag. Aber zum Glück kann man ja jeden Tag vorlesen!

Nur das mit den Fotos … Ähem.

Deshalb hier unten ein Symbolbild. Nicht nur nochmal dafür, wie toll manche Schulen oder Büchereien die Lesungen vorbereiten. Sondern auch dafür, wie schweinisch es diesen Leseherbst zugegangen ist. Denn ganz oft wurden Lesungen aus „Schlau wie Sau“ gewünscht. Nicht nur von Seiten der Kinder. Auch den Lehrerinnen und Büchereimenschen ist Judiths geliebtes (Nichtsnutz-)tier-„Sach“-buch ganz schön oft aufgefallen. So konnte die Autorin den Kindern nicht nur vermitteln, wieviel Spaß Geschichtenausdenken und Lesen macht – sondern auch, wie toll, schlau und besonders Schweine, Rinder, Hühner und Co sind. Viel mehr eben als nur „Nutz“-Tiere. Sondern absolut einzigartige und liebenswerte Mit-Erdlinge!

Und noch eine Erfahrung:

Die meisten Lesungen fanden in Büchereien oder mit Büchereien an Schulen statt. Und das gute (unter anderem!) an Büchereien: Dort leben Bücher viiiiel länger als im Buchhandel und in Verlagen. Nicht nur, dass viele Schmöker heutzutage oft nach zwei, drei Jahren aus den Programm geschmissen werden (was es ja auch schwierig macht, weiterhin daraus zu lesen), oft wird nach der ersten Auflage nicht nachgedruckt. Zack, ist ein geliebtes (Lesungs-)buch weg. Und das in solchen Fällen dann manchmal schneller, als man als Schreibery vorher dran gearbeitet hat. Ein Punkt, der die Frau Autorin, der Nachhaltigkeit eigentlich in jeder Lebenslage sehr wichtig ist, ziemlich ins Grübeln gebracht hat – und zwischendurch immer mal ein wenig deprimiert.
Der Trost:
Eben besagte Büchereien, in denen es immer auch „alte“ Schmöker noch gibt – wie hier eine laaaaange Judith Allert-Reihe in der Bücherei Eckental:

(Da findet sich auch noch ein Zeitungsbericht zur Lesung.)

Aber wie wäre es denn, bisher totgeglaubte Bücher, wieder zum Leben zu erwecken? Also selbst neu aufzulegen? Schließlich werden gute Geschichten nicht schlecht und neuen Lesenachwuchs gibt es auch ständig. Nun, die Idee beschäftigt hier gerade sehr! Es muss aber noch ein wenig darauf herumgrübelt werden – mal sehen, wie sich das am besten verwirklich lässt. Bleibt also dran!

Ganz zum Abschluss noch ein toller Schnappschuss aus einer Schule, der Judith bauchkribbelndglücklich gemacht hat:

In Gößweinstein gibt es in der Schulbücherei, dank des engagierten Kollegiums, jetzt ein Judith-Allert-Regal! Es gehören sogar noch mehr Allertsche Bücher hinein – aber die hat sich anscheinend schon jemand geschnappt. Die Schulleiterin war nach der Lesung bemüht, auch den Lesestoff zu beschaffen, den es im Buchhandel nicht mehr gibt. Nachhaltige Leseliebe also! Und die ist – zum Glück – des öfteren äußerst ansteckend.
Vielen, vielen Dank!
Natürlich auch im Namen der Schülerinnen und Schüler!

Soviel jetzt aber wirklich mal Schluss mit Leseherbst!
Nun ist Schreib- und Lesewinter.
Und ein bisschen Faulsein-Winter (denn zum übertriebenen Fleißigsein ist es gerade einfach zu oft viel zu dunkel).

In dem Sinn:
Macht es euch gemütlich.
Bestenfalls mit euren Lieben und ganz vielen Büchern! (Und ab und zu etwas Wintersonne auf der Nase. Oder der Schnauze. Dem Schnabel. Dem Rüssel.)

Über Alma und Lila

Wir sind die Hofhunde auf dem Örtchen - auch liebevoll Terrortölen genannt. Wer zu Judith und Steffen will, kommt an uns nicht unbebellt vorbei.
Dieser Beitrag wurde unter Kinderbücher, Lesungen, Presse, Wörtchen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert