2025 – ein Rückblick mit Nachholbedarf

So. Das Jahr hat gerade mal begonnen und schon der erste Skandal! Obwohl der streng genommen schon vor einem Jahr anfing und sich über 365 Tage lang durchgezogen hat … Denn: Die auf dem Örtchen (a.k.a. als „Gut Pusteblume“) heimische Autorin hat auf dieser Seite über das Jahr 2025 KEINEN EINZIGEN BEITRAG verfasst!! Wobei diese Frau Autorin eben dieses „(w)örtchen“ immer so gerne als „ihren geliebten Blog“ bezeichnet. Etwas Geliebtes derart zu vernachlässigen – ist das ein Ding der Möglichkeit???

Nun, die Reue ist groß. Und sie kam mit voller Wucht! Beim Blick auf den letzten verfassten Beitrag: 10. Januar 2025! Dabei wurde beim Nachlesen gleich wieder entzückt festgestellt, wie bezaubernd diese Art des zwanglosen Hoftagebuchschreibens doch ist. So fern von Likes und Gefallenwollen. So fern von „ich muss ein bisschen Werbung für meine Bücher machen.“ Einfach nur pure Hof-, Tier- und Wort- und Bildchenliebe herauslassen. Zudem wurden da zwei kleine Kommentare unter dem alten Beitrag entdeckt. Vor einem Jahr von netten Blogbeitraglesenden verfasst und jetzt erst entziffert. Und die waren soooooo lieb und wertschätzend und herzlich und so war – zack – der erste und ungeplante Neujahrsvorsatz geboren:
Das stille (w)örtchen soll bitteschönst weiter leben! Obwohl die Seite wirklich etwas verstaubt ist – seit 2013 gibt es sie. (Mobile Ansicht? Fehlanzeige! S.E.O.? Hääää?)

So lange Vorrede, los geht’s, wir haben viel vor! Wir starten mit dem Haus-, Hof-, Stall- und Gartenprotokoll des Jahres 2025 selbstverfreilich im …

JANUAR

Die Wichtigste Neuerung hat sich auf Gut Pusteblume ja eigentlich, zumindest in voller Pracht, erst Ende des Monats ergeben. Am 29. genauer gesagt. Denn da ist unsere Coco eingezogen! Aber die Vorbereitungen liefen schon seit Beginn des Jahres. Und abgesehen davon, man kann auch in drei verbleibenden Restjanuar-Tagen sehr viele Fotos knipsen – bei so einem entzückenden Motiv:

Ein Jahr vorher hatten wir hier genau das Gegenteil: Der Januar 2024 begann mit der Krebsdiagnose unserer geliebten Hundeomi Alma (mit allen Gefühlen, die dazu gehören und immer noch präsent sind: Traurigkeit, Glück, Vermissen und Dankbarkeit – unendlich viel davon!).
Der Januar 2025 begann nun also mit der Suche nach Almas Nachfolgerin. Über ein halbes Jahr lang war unser Riesenbaby Johnny Einzelhund. Eigentlich wollten wir bis zum Frühling warten, bis eine neue „Schwester“ für ihn einzieht (in der irrigen Annahme, dass das in Sachen Katzen-Neuhund-Begegnung sinnvoller wäre). Aber dann wurde doch im Winter sehnsüchtig nach liebesbedürftigen Schnauzen losgesurft in diesem Internet und ein gar zauberhaftes Wesen ward entdeckt:
„Margrit mag alles und jeden“ stand da bei der Tierhilfe Franken. Und so eine Art bedingungsloser Nächstenliebe ist auf einem Hof, der nicht nur zwei Menschen und einen Hund, sondern auch Katzen, Hühner, Pferde und Schweine beheimatet, natürlich sehr, sehr wichtig! Wir haben uns mit vielen Fotos bei der Tierschutzorganisation vorgestellt und wurden Mitte Januar auf die Pflegestelle eingeladen. Da war das kleine, vierjährige Hundchen ebenso schüchtern wie liebenswert und von der ersten Sekunde an war klar: Coco (wie dieses zauberhafte Wesen inzwischen heißt), muss zu uns!

Seitdem sind wir hier dauerverknallt. Kann man nicht anders sagen. Sogar die Katzen hatten Coco in ihrer ruhigen, sanften Art SOFORT akzeptiert. Sie ist aber auch wirklich eine sehr vorsichtige Hundedame. Kein Wunder, hat sie doch nur drei Beine und das Fehlende hat sie nicht freiwillig hergegeben, sondern unter vermutlich sehr tragischen Umständen in ihrem Herkunftsland Kroatien verloren. Die arme Maus hat auch große Angst im Dunkeln (nach Einsetzen der Dämmerung geht sie nicht mehr freiwillig raus!). Sie erschrickt vor schnellen Bewegungen, vor allerlei Geräuschen und sehr gerne macht sie sich, wenn sie unsicher ist, „unsichtbar“ (ohne einen Mucks, ohne eine Regung).

Aber wenn sie weiß, sie ist von netten Menschen umgeben, hat sie inzwischen keine Probleme mehr:
Sie ist verschmust ohne Ende. Sie ist ständig gut drauf! (Was dieses Hundchen einen freundlich anwedelt. Immerzu!) Und ein bisschen frech und verrückt ist sie auch: Draußen ist sie eine aufgedrehte Spurenschnüffelnudel, deshalb darf sie nur an der Leine hüpfen (oder auch mal weniger hüpfen, wenn sie ihre Prothese trägt – dazu später mehr). Man könnte hier noch seitenweise schwärmen. Auch darüber, wie geduldig der große Bruder Johnny mit ihr ist. Doch wir wollen für die Januar-Rückschau auch noch ein paar andere Ecken von Gut Pusteblume betrachten.

Sehr kalt war der vergangene Winter nicht. Kaum gefrorene Tränken, kein Wassergeschleppe. Und bei Anbetracht der Bilder wird klar …


… sonnige Momente gab es auch einige . Und die werden hier ja immer sowas von genossen – von sämtlichen Schnauzen, Schnäbeln und Co.
Sogar die Freiluftschreibtischsaison wurde zaghaft. mit kalten Füßen, begonnen.
Und unsere Ponydamen haben eigenständig die Koppelsaison eröffnet (das Tor war nicht richtig zu, aber weil es sehr trocken war, ging das in Ordnung, so ohne Matschepflatsche-Rutschgefahr).
Allen ging es gut. Keine größeren (Tier-)sorgen in Sicht. Ein Träumchen!

FEBRUAR

In der Rückschau auf den zweiten Monat des Jahres bekommt ihr nun endlich unsere Glücksrüssel Krümel und Fussel zu Gesicht. Der Winter verging ohne Schweinesorgen – ist der Boden zu fest gefroren, gibt es die schon ab und an. Unser Krümel ist ja seit Ende 2017 , aufgrund eines Bandscheibenvorfalls, ein Krabbelschwein. Sind da zu scharfe Kanten unter ihm, müssen wir gut aufpassen, dass er sich an den Hinterbeinen nicht wehtut. Aber grundsätzlich sind die beiden zumGlückzumGlückzumGlück immer noch topfit (Standpunkt Januar 2026 sind sie immerhin schon fast zwölfeinhalb Jahre alt!).

Hier seht ihr Coco bei der Prothesentechnikerin in Erlangen. Beim ersten Besuch, bei dem ein Gipsabdruck genommen wurde und etwas später, bei der ersten Anprobe.

Das Ersatzbein fordert uns schon noch ziemlich heraus. Aufgrund Cocos überbordender und sehr geschätzter Lebenslust (sie wird an der Leine zum wuscheligen Gummiball) rutscht das gute Ersatzteil fast bei jedem Spaziergang einmal herunter.
Aber an sich läuft unsere Cocoletti-Spaghetti ganz gut damit (nur im fliegenden Galopp bleibt sie lieber auf drei Beinen) und wir tüfteln permanent zu Optimierungszwecken herum – mit Nylonsöckchen und Klebeband zum Beispiel … (Denn so gut Coco auf drei Beinen zurecht kommt, für das heile Vorderbein ist es besser, wenn es zumindest beim Spazierengehen entlastet wird, sonst warten spätestens im Alter Gelenkprobleme auf das liebe Wuffeltierchen.)

Auch 2025 haben wir uns weiter riesig über unseren Hektar Hang-Wiese gefreut, den wir nach zehn Jahren auf dem Örtchen (Ende 2022) endlich hatten erwerben können. Dort oben steht das bunte Pusteblümchen (unser bunter Bauwagen, der schon wegen des Anblicks gute Laune macht – auch aus recht weiter Ferne).
Wir haben damit endlich genug Platz für alle Tiere – und für allerlei wildgärtnerische Tüfteleien. Im ersten Jahr wurden 25 Obstbäume gepflanzt, im Jahr darauf eine Wildgehölz.Hecke angelegt, wir haben unseren Kartoffelacker nach dorthin ausgelagert – und letzten Februar ist ein Bagger angerollt, um uns einen Weiher, als Biotop für hoffentlich so einige Pflanzen- und Tierarten, zu buddeln.

Ganz unten sieht ihr die Hundchen beim Fußbad darin. Im Winter und Frühling ging das noch – auf akzeptabler Grundwasserhöhe. Nur wurde dieses im Laufe des Jahres immer weniger. Ich zeig euch den „Weiher“ (aus Gründen nun mal lieber in Anführungsstrichen) im Fortlauf dieses Textes nochmal.

MÄRZ

Im März hat schon viiiiel draußen stattgefunden. Begleitet von ersten Krokussen, Hühnern und Mieze Sticky wurde im Garten gebuddelt. Am Baggerloch wurden Steine für Eidechsen und Co geschlichtet (und zur Belohnung im Sonenschein auch mal, menschlicherseits, ein klitzekleines Sektchen oder Bierchen geschlürft.)

Mieze Molly hat den Liegestuhl warmgehalten. Die Hunde wollten einen Tunnel graben. Das Freiluft-Nähatelier hatte geöffnet (mit fachkundigen Beistand einer eleganten Gackerdame).

Wir hatten Besuch eines schicken, roten Streuner-Katers (der leider inzwischen nicht mehr lebt – der Arme ist bei uns im Dorf einem Roller unter die Räder gekommen).
Und hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich haben wir wirklich oft genug diese entzückende Pippilotta-Ponynase (erstes Bild) geknutscht.

APRIL

Ja und traut man den Fotos, sieht der April schwer nach Wonnemonat aus! (Wobei auf unserem Örtchen bekanntermaßen meistens bei Sonnenschwein geknipst wird.)

Die Summsetierchen sind von Obstbaumblüte zu Obstbaumblüte gesummt. Die ersten Pusteblumen wurden gesichtet. Die Gartenwurschtelei lief bereits auf Hochtouren. (Es waren sogar schon die Vorzuchten im Garten-Gewächshaus gelandet.)

Wie immer in dieser Zeit des Jahres herrschte Ordnung und Eleganz im Garten! (Mit dem langjährigen Erfahrungswissen im Hinterkopf, dass drei Monate später das Beikraut in vielen Ecken des Beetes mal wieder sehr raumgreifend eingeschritten sein wird …)

Unser Wohnwagen im Hof hat nach 12 Jahren einen neuen Anstrich bekommen, Hahn Peter hat seine Damen hergekräht, weil noch Kuchenkrümel auf dem Teller waren und die Weidesaison war nun, auch für die Schweine, ganz offiziell eröffnet (und Krümel hatte, wie ihr seht, einen kleinen Verband, weil im sein Vorderbein wehgetan hat – vermutlich einmal doof „vertreten“.)

Und die Pferde (ihr seht sie da unten am Weiher-Baggerloch) trugen sogar schon Fliegenmasken. IM APRIL!

Mit der Wärme kamen dann auch ein paar erste (kleine) Sorgen:
Haflinger Sue hatte in der Fellwechselzeit mal wieder Kreislaufprobleme. Die haben wir mit pflanzlichen Mittelchen (Crataegus – ein Weißdornpräparat) aber gut in den Griff gekriegt.

Fjordpferd Pippilotta hat sich in der Zeit zum ersten Mal „festgelegen“. Sie lag im Paddock in der Sonne und kam ohne (unsere und nachbarschaftliche) Hilfe nicht mehr auf. (Ein Thema, das uns das Jahr noch begleiten sollte.)
Außerdem war sie immer etwas müde und hat auch auf der Koppel viel gedöst. Das wurde etwas später, nach einem Bluttest, durch eine Cushing-Diagnose erklärt – eine Stoffwechselstörung, die einige ältere Pferde bekommen. Auch ihre Probleme beim Fellwechsel, die uns dieses Jahr das erste Mal aufgefallen sind, gehörten zu den Symptomen. Sie hat dann täglich Tabletten bekommen, auf deren Wirkung wir recht sehnsüchtig warteten (denn etwas dünn war sie auch schon geworden, unsere Pippilotti-Karotti-Ponypups – dabei war sie doch mit ihren 25 die Jüngste im Pferdestall).

Aber es ging ihr ja gut und allzuviele Sorgen machten wir uns noch nicht. (Mancheiner ahnt womöglich an der Vergangenheitsform, dass sich hier was Trauriges anbahnt.)

MAI

Erstmal kam der wahre Wonnemonat. Guckt, mal, dieser Garten! (Während man hier in der schneeigen Kaltheit des Januar sitzt und diese Zeilen schreibt, kommt einem das Leuchtgrün geradezu surreal vor!)

Jetzt lernt ihr auch endlich mal Bröselchen kennen – wobei die hübsche Katzendame zum damaligen Knipsezeitpunkt einfach nur „Miezibiezi“ hieß. Da wagten wir noch nicht zu hoffen, dass sie wirklich bleibt und trauten uns daher nicht, sie zu „taufen“.

Es folgen noch schönere Bilder – das schicke Handtuch unter ihrem Flauschepo gehört Krümel. Das bekam er im Mai feucht übergelegt, wenn er sich mal wieder mitten in die pralle Sonne gelegt hatte (Schweine können ja nicht Schwitzen und bei zu viel vorsommerlicher Sonnenliebe, ohne kühlende Matschepflatsche um due Wollschweinwolle, daher schon mal zu sehr erhitzen) :

Jedenfalls:
Diese nette schwarz-weiße Wesen ist Ende 2024 bei Krümel und Fussel eingezogen. Und wir kannten sie bereits! Sie war drei Jahre vorher schon mal bei uns. Ebenfalls im Schweingehege -mitsamt ihren Katzenbabys. Wir konnten sie damals einfangen und kastrieren lassen und haben zwei der Babys erwischt und vermittelt. Aber mit den restlichen beiden war Frau Katzenmutter (schwer beleidigt, vermutlich) auf scheinbar nimmer Wiedersehen verschwunden.

Ja und dann war sie plötzlich wieder da – und ist es gerade in diesem Moment immer noch! Monatelang war sie sehr, sehr scheu. Aber dann wurde sie zu unserer Überraschung und Begeisterung immer zutraulicher. Mittlerweile ist sie eine richtige Schmusekatze. Sie lebt bei den Schweinchen (hat absolut keine Scheu vor ihnen), in der Scheune, im Stroh …
Die anderen beiden Katzen sind leider nicht so begeistert von ihr. Und Johnny jagt sie auch zu gerne herum. (Hunde-Katzen-Sozialisierung funktioniert dann doch nur in Innenräumen gut – da ist das zur-Familie-gehören einfach offensichtlicher.)
Dennoch gehört Bröselchen (wie sonst sollte eine Schweinekatze, die bei Krümel und Fussel wohnt, heißen?!) inzwischen zur Familie.

Im Mai haben wir außerdem mal wieder kunterbuntisiert. Buntes Fachwerk (mit selbst angerührter Kalkfarbe – einfacher anzurühren als Eintopf!). Das leuchtet auch im Winter wunderschön.

JUNI

Ja und dieser Juni … Der war eigentlich ein einziges, tolles Fotomotiv. Genau wie der Rest des Sommerglücks. Weil es so einfacher ist, die Bilder zu sortieren, hier ein paar kunterbunte Collagen für euch (auch wenn das etwas wilder wirkt als die WordPress-Galerien – dafür lässt sich der Text besser zu den Fotos sortieren):

Den Tierchen ging es bestens! (Wobei sich Johnny, je wärmer und mückiger es wurde, sich gerne mal nach drinnen verzogen hat. Und Coco, die große Hitze nicht so mag, tat es ihm gerne mal nach.)

Die Pferde marschierten morgens die Koppel hinauf und nachmittags wieder hinunter. Und manchmal hat Pippilotta am Tor gewartet, damit man ihr den Bauch kratzt. Oder sie mit Essigwasser einreibt – wohltuend gegen Mücken, Schweiß und Kratzereien.

Es wurde draußen, gerührt und geschnippelt (im Bild seht ihr Spinat) und gekocht – drinnen fand auf Gut Pusteblume nicht mehr viel statt. (Warum da „Oma Irmi“ auf der Marmelade steht? Das hat mit einem erdbeerigen Judith-Buch zu tun):

Wir hatten tollen Besuch! Von netten kreativen Kolleginnen zum Beispiel (darüber erzähl ich bald unter „wörtchen“ mehr) – teilweise in knirpsiger Begleitung. Aber auch von Nichten und Neffen wurden wir besucht und …

… von Hirschkäfern! Die sind bei uns jedes Jahr zu Gast. Aber so viel wie in 2025 gab es noch nie. (Das unten im Bild ist allerdings eine Marienkäferlarve.)

Der Garten hat auch einiges an Beachtung bekommen.
Die ersten Zucchini wurden geernet – die ersten von viiiiiielen! (Über zwanzig Pflanzen hatten wir. Keine ist kaputt gegangen. Keine wurde weggefressen. Was für eine verrückte Ernterei!)

Die Zuckerschoten haben wunderhübsch geblüht und gleichzeitig wie wild geschotet. (Leeeeecker sind die! Und absolutes Fastfoood – schnell mit bisschen Knoblauch in die Pfanne, paar Mal schwenken – nichts wie druff auf die Nudeln!)
Im Gewächshaus hatten wir einiges an Basilikum gesät und das hat uns den ganzen Sommer über reich beschert.
Des weiteren hat sich der menschliche Herr des Hofes allerlieblichst um kaum zahlbäre Tomatenpflanzen gekümmert. Unter Glas (bzw. Plastik) aber auch im Beet.
Pfirsiche sind gewachsen und gar nicht mal so wenig. Und die Beete – kaum zu glauben, waren immer noch sehr ordentlich!

JULI

Der nächste Sommermonat ging ähnlich dekorativ (aber dann doch langsam etwas wilder) weiter. Schöööön, oder?

Immer wenn es gerade grenzwertig trocken wurde, hat es zumindest ein wenig geregnet. So sahen weder die Weiden noch der Garten zu trocken aus (nur der Weiher wurde flacher und flacher, neue Grundwasserreserven kamen keine dazu).
.
Die Tomatenpflanzen gediehen prächtig. Krautfäule war wegen der vielen Sonne und Trockenheit nirgends in Sicht.
Und:
Das erste Mal in unserem Selbstversorgerdasein wurden schon Anfang Juli erste Tomaten geerntet! (Das hat sonst nie vor Ende des Monats geklappt.)

Und hier mal ein paar nette Gackerdamen in Nahaufnahme:

Ihr seht – in schwarz – unsere treue Frau Willy. Sie müsste jetzt neun Jahre alt sein und ist damit alterstechnisch unser absolutes Rekordhuhn. Eine der ersten Hennen, die wir hatten. Damals noch auf einem nahegelegenen Hühnerhof gekauft. Seitdem sind die Tiere, die bei uns einziehen, welche, die dringend ein zuhause suchen. Alle Hühner sind „aussortierte“ Legehennen, gerade noch dem Kochtopf entronnen (jeder, der mit Eiern Geld verdienen will, tauscht seine Hennen sehr, sehr regelmäßig aus, weil nach der ersten Mauser deutlich weniger gelegt wird).
Frau Willy lässt sich ihr Alter jedenfalls nicht anmerken. War immer fit, hat noch nie geschwächelt. Weiter so, du Treue!

Dafür hat uns leider (unter anderem – Hühner-Beerdigungen gab es mal wieder mehrere) unser Törtchen verlassen.
Einst hieß sie „Dirty“, wegen ihrer leicht schmuddeligen Farbe. Daraus wurde „Dörti“ und dann Törtchen. Sie ist ein ausgedientes Bio-Huhn und damit ein Zweitnutzungshuhn, Also nicht nur auf Eierlegen gezüchtet, sondern so „nutzbar“ (anderswo natürlich – bei uns gibt es ja nur geliebte Nichtsnutztiere), dass auch das Fleisch verwendbar ist. Damit ist sie robuster als eine konventionelle Hybridhenne. Trotzdem ist sie im Lauf des Sommers immer schwächer geworden und irgendwann friedlich eingeschlafen (maximal fünf Jahre alt war sie wohl). Sie ruht jetzt neben Frau Maran, unserer anderen treuen Henne (sie wurde acht Jahre alt) und ihrer beider Gacker-Gräber haben einen Ehrenplatz neben Alma und Lila, unseren allerbesten, verstorbenen Terrortölen.

Damit der August nicht wehmütig endet, hier noch eine bunte Prise Schweineglück, inmitten von Juligras und Distelblüten.

AUGUST

Der eigentliche Sommermonat war wettertechnisch eigentlich etwas durchwachsen. Zwischendurch immer mal Gewitter oder Regen und die Temperaturen nicht gerade hochsommerlich. Beim Fotorückblick fällt das nicht so recht auf.

In Erinnerung bleibt auf jeden Fall die Ernte:
So viele Tomaten wie noch nie. So viele Zucchini wie noch nie. Hier wurden, ungelogen, Mitte Juli bis Ende September, JEDEN TAG Tomaten und Zuchini in verschiedensten Varianten verspeist. Und es war jedes Mal einfach nur lecker und beglückend.

Und natürlich wurde eingekocht. Topf für Topf. Glas für Glas. Und getrocknet (jedenfalls, wenn die Sonne schien – draußen auf einem Gitter).

Auch alle Obstbäume hingen voll. Auberginen gab es. Rote Bete. Das komplette Petersilienwurzel-Beet (nicht im Bild) hat später für genau eine Suppe gereicht. Die Paprika (ebenso nicht im Bild) wollten wie üblich nicht rechtzeitig erröten. (Da hat uns im Herbst eine liebe Nachbarin den Tipp gegeben, die grünen Paprika neben Äpfel zu legen – so reifen sie auch auf der Fensterbank nach! Hat geklappt!)

Den Tierchen ging es weiterhin gut – ein großes, großes Glück!

Nur Coco war etwas traurig als Baden in ihrem „Weiher“ (der im August nur noch eine große Pfütze und schließlich völlig vertrocknet war – soviel zum lebendigen Biotop) – so gar nicht mehr ging.

Und eine Neueröffnung gab es noch:
Ein neuer Hühnerstall! Der Alte war winzig und dunkel – der neue ist ein luxuriöses, reich befenstertes Hühnerwohnzimmer mitten im Pferdestall. Wir überlegen ja, ob nicht noch eine Couch reinsollte, eine Stehlampe und ein paar Bilder an der Wand:

SEPTEMBER

Im September sind die Tage kürzer. Die Schatten kühler. Wehmut schleicht sich ein. Oft aber auch das Gefühl, dass es schon okay ist, wenn der hyperaktive Sommer vorbei ist und man langsam auch mal wieder ein paar Stündchen mehr schlafen kann. Ganz, wie es die Hühner zu tun pflegen. Aber gerade weil der August nicht so richtig sommerig war, hat diese Einsicht bei den menschlichen Zweibeinern 2025 erst noch gefehlt. Zum Glück gab es noch einige schöne Momente zum Genießen:

Eine Übernachtung unserer Nichten-Neffen – mit einem tollen Mondnachtblick vom Pusteblümchen-Bauwagen.
Lektüre mit Blick auf Pferdchen in der Ferne.
Leuchtend bunte Chilischoten (die später, u. a. zu fermentierter Chilisauce wurden).
Ebenso farbenfrohe Kartoffeln (eine ziemlich gute Ernte war auch das).
Körbeweise Walnüsse.
Ein Apfelbaum, der es fast etwas zu gut meinte mit seiner endlosen, rotwangingen Pracht. Glückliche Buddelhunde …


Doch als der Sommer ging, kamen auch die Sorgen zurück. Eines Nachmittags lag Pippilotta auf der Koppel. Ein schwüler Spätsommertag – und sie kam gar nicht mehr auf die Beine. Ein Glück, dass Sancho laut um Hilfe gewiehert hat, der Gute! Der zu der Zeit allein anwesende, menschliche Zweibeiner hat es jedoch nicht geschafft, Pippilotta aufzustellen. Sie war von den vielen, angestrengten Versuchen in der Hitze schon zu erschöpft. Da ist der Bauer unseres Dorfes mit dem Frontlader angerückt … Und: Sie stand wieder! Seitdem war man etwas misstrauisch hier. Beinahe stündlich hat ab jetzt jemand die Koppel kontrolliert. Eine Stallkamera wurde installiert, damit man auch nachts mal gucken kann ob alles gut ist.

Aber:
Es war erstmal wieder alles gut – „soweit“ jedenfalls. (Dieses Wörtchen, das sich immer einschleicht, wenn Dinge passieren, die nicht zu ändern sind und seufzenderweise einfach dazugehören, zu diesem nicht immer sorgenfreien Dasein.)


OKTOBER

Im Oktober dann die letzten, leuchtenden Pferdekoppeltage. Recht schnell wurde es zu nass und matschig. (Wenn es auch – bis jetzt nicht – so viel geregnet hat, als dass das Grundwasser mal wieder bemerkenswert gestiegen wäre.)

Die Äpfel, die wir den Pferdchen frech vor der Nase weggesammelt haben, wurden versaftet (teilweise mit Quitten vermischt. Leeeeeecker!). Erst noch draußen. Dann aber abends, auf dem Holzofen, mit dem Dampfentsafter. Zwar nicht so ergiebig, wie die ratternde Maschine, dafür sehr, sehr entschleunigend.

(Und, nicht im Bild: Essig wurde hergestellt! Aus Äpfeln, Quitten und Mispeln.)

Und da unten noch ein paar bunt gemischte, güldene Herbstimpressionen:

Unsere Mieze Sticky sieht ganz schön dünn aus, auf den Fotos . (Seit Kurzem wissen wir auch, wieso: Sie hat eine Schilddrüsenüberfunktion, die jetzt mit Medikamenten behandelt wird. Ist bei alten Katzen nicht selten, die Krankheit. Wieder so eine Stoffwechselstörung … Das Thema hatten wir ja schon bei Pippilotta. So geht’s, im Altersheim für Tiere …)

Vor dem Hoftor wurde ein Kürbisbuffet errichtet, bei dem sich auch die Nachbarschaft bedienen durfte (es war genug für alle da).

Mit Ende der Weidesaison ging außerdem das Spazieren mit den Pferden wieder los. Allerdings mit Hindernissen. Nach dem „Unfall“ im September (siehe oben) war Pippilottas Traktorangst leider noch größer als früher und wir mussten ganz schön aufpassen, keinem Trecker in die Quere zu kommen. (Gleichzeitig wurde bedrückend klar – nochmal stellen wir sie nicht mit Maschinenhilfe auf die Beine.)

Außerdem nicht zu übersehen dort unten:
Zwischen das leuchtende Laub und Gemüse haben sich die ersten Drinnen-Bilder eingeschlichen …


… kühle, trübe Oktobertage wurden genutzt, um den Frühjahrs- und Sommerputz nachzuholen.
Und auch Renovierung stand an. In der Küche (nicht im Bild) wurde der Holzboden rausgerissen. Der war nämlich noch immer gewellt – Folge des Hochwassers 2024.
Jetzt sind überall Tonfliesen.
Und (ebenso nicht im Bild): Der Lehmgrundofen im Wohnzimmer ist nicht mehr. Seit in der Küche ein richtig toller, großer Holzherd steht, wurde er schlichtweg nicht mehr gebraucht und so musst er weichen. Jaja, so geht’s: Vor über zehn Jahren liebevoll gemauert und nun mal wieder Baustaub im Wohnraum. Anstelle des Ofens steht jetzt (siehe Foto in der Mitte obendrüber) ein buntes Bücherregal, mitsamt Fräulein Neugierig mittendrin (… so heißt die nette Giraffe, die zudem namensgebend für ein hier erfundenes Bilderbuch ist).

Und: Häkelobst wurde aufgehängt! Vierzig gehäkelte Gemüsestücke hat Judith einst von ihrer lieben Schwiegertante zum Vierzigsten bekommen (der ist aber schon wieder dreimal verjährt.) Jetzt wurden sie endlich dekorativ in die Küche gehängt.


November

Der November hat dann erst noch ziemlich einen auf Leuchteherbst gemacht. Und das bei recht milden Temperaturen. Bei denen haben die Schweinchen mal eben ruckzuck ihre Weide zum Acker umgewandelt was sie jetzt etwas bereuen. (Kein grüner Halm mehr da!)

Der Ginko hat angegeben mit seiner brillianten Pracht, die Hühner hatten Frühlingsgefühle. Im schwindenen Beikraut wurden noch ein paar Hokkaidos entdeckt (die niemand, jedenfalls nicht absichtlich) augesaät hat.

Und im Garten und drumherum gab es noch allerhand zu entdecken:
Mispeln, Grünkohl, Hagebutten, angeknabberte Pilze, Pusteblumen, Quitten, letzte, rote Herbsttomaten, fast papageigenbunte Distelfinke (oder auch Stieglitze) als spannendes Distelsuchbild und dazwischen ziemlich zufriedene Nasen, Schnauzen, Schnäbel und Rüssel.

Und, aus gutem Grund, hier nochmal ein exklusiver Blick auf unsere geliebte Dreier-Pferdetruppe (ihr werdet vielleicht ahnen, was nun kommt – die Frau Autorin tippt leicht schniefend diese Zeilen):

Denn plötzlich sind all das (und auch, wenn wir es fürchteten, so richtig glauben wollten wir es nicht) letzte Male:
Ein letztes Mal spazierengehen.
Ein letztes Mal alle drei zusammen beim Sonnesammeln überraschen.
Ein letztes Mal diese weiche, Pippilotta-Nase knutschen.

Denn am 28. November mussten wir unsere Pippilotta einschläfern lassen.
Immer öfter war es vorgekommen, dass sie lag und nicht mehr ohne Hilfe aufkam. Sogar einen mobilen Kran (mit Flaschenzug) hatten wir angeschafft, in der Hoffnung, dass wir sie so „einfach“ wieder auf die Beine stellen könnten. Aber das hat nicht geklappt. Und bald hat es auch mit nachbarschaftlicher Hilfe nicht mehr funktioniert.

Es war ein Freitagnachmittag und Pippilotta lag draußen. Nochmal haben wir Hilfe aus der Nachbarschaft geholt, diesmals vergebens. Und wir wussten (anders als in anderen besorgten Nächten und an anderen frühen Morgenden):
Unser Tierarzt ist erreichbar.

Es war alles ganz friedlich. Pippilotta ist in unseren Armen eingeschlafen. Als der Tierarzt zum „richtigen“ einschläfern kam, hat sie das ganz ruhig, ohne aufzusehen, mit sich machen lassen. Einfach weitergeschlafen hat sie, die Gute. Als ob sie uns ab jetzt keine Sorgen mehr machen wollte.

Der riesengroße Trost ist, dass Sue und Sancho ihr plötzliches Zweisein gut angenommen haben.

Der riesengroße Trost ist, dass die Liebe bliebt. Genau wie unsere unendliche Dankbarkeit für elf verrückte, wunderbare Pippilotta-Jahre.

Ach, Pippilotta-Karotti-Ponypups …

… man sieht es ja nicht auf den Fotos. Aber was konntest du zickig sein! Uns ach so lieblich zwicken, wenn dir was nicht gepasst hat. Hühner jagen. Katzen jagen. Hunde jagen.
Krümel und Fussel wussten am Zaun immer ganz genau, mit welcher Ponynase sie es zu tun hatten und haben mit ihren Rüsseln vor dir lieber Abstand gehalten.
Und zu deiner Ponyfreundin Sue – ohne die du gleichzeitg keine Sekunde sein konntest und wolltest – warst du auch nicht immer nur nett.

Gleichzeitig warst du so unkompliziert und sooo putzig. Immer entspannt. (Wenn man genügend Abstand zu Tieren und Traktoren gehalten hat, ähem.)

Und diese Nase! Diese wunderbar, knutschbare Ponynase! ❤️
(Und die Frisur! Natürlich!!!!)

Wir werden das alles mitsamt deinem ganzen Rest unendlich vermissen.
Traurig – und glücklich. Wie sich das gehört.
(Trücklich ist das dann und ein Gefühl, dass wir hier mittlerweile sehr gut kennen.)

Danke fürs bei-uns-sein, beste Zicke der Welt. Und ganz weg bist du ja nie. Ein Glück.

DEZEMBER

Das Jahr geht also mit einem Familienmitgleid weniger zu Ende.
Und hat das Jahr mit einem milden Winter begonnen, so wird es jetzt ziemlich eisig.
Einige Male gab es schon Frost, sogar Dauerfrost – dafür aber auch einige knackig-kalt-leuchtende-blaue-Himmel-Wintertage. (Mit einem Wind, der einem nur so um die Ohren pfeift.)


Eine kleine Zwischensorge gab es auch noch:
Am zweiten Weihnachtsfeiertag war unser Fussel schlapp und wollte nicht mehr essen. Und das kam bei den beiden Grunzeherren wirklich fast noch nie vor! Der Arme hat sich übergeben (das erste Mal, seit er ein kleines Ferkel war!), im Schlaf hat er gezittert und gebebt … Ja und das natürlich am Feiertag, wo unser Tierarzt nicht so leicht zu erreichen ist.

ABER (um nicht schon wieder düstere Sorge-Spannung aufzubauen): Anscheinend hatte Fussel nur, warum auch immer, eine Magenverstimmung.
(Vielleicht, weil es für ihn keine Weihnachts-Plätzchen gab?)

Da oben drüber seht ihr in jedenfalls schon wieder glücklich mit Schnippelgemüse (ohne Magenverstimmung muss er alles selber kauen, da wird nicht so gut vorgeschnitten!)

Ja und nun, das Abschlusswort – aber kein sehr einfallsreiches.
Es wurde hier schon öfter genannt, aber es passt nun mal so gut:
Dankbarkeit.

Wir sind sososo froh, dass es diesen Ort gibt. Unsere links-grün-kunterbunt-vergrunzte, heile Insel.
Auf der alle Erdlinge, wann immer sie wollen, ihre Nasen in die Sonne halten dürfen.
Auf der jeder der will, gekrault wird.
Auf der genug Liebe für alle da ist. (Weil praktischerweise wird die ja nicht weniger, wenn man sie teilt – sondern mehr!)

Klar gibt es auch hier Herausforderungen. 2024 war unsere Insel gar nicht heil – sondern im Hochwasser komplett unter Wasser gestanden. Weil auf der Welt die Gier regiert und man für’s Geld munter diesen Planeten zerstört. Sorgen um liebe Mit-Erdlinge (egal, wieviel Beine sie haben, egal ob mit Fell und Federn oder ohne) sind sehr kräftezehrend und Abschiede tun fürchterlich weh. Jedes Mal wieder – vielleicht sogar jedes Mal noch ein bisschen mehr.
Aber all das gehört dazu, zu diesem Dasein. Hilft ja nix. Also machen wir weiter, sind nett zueinander (und zu diesem Planeten) – und dabei gespannt, was 2026 mit sich bringt!

Planmäßig wieder mehr Berichte hier auf dem (w)örtchen. Und viel Renoviererei – der erste Stock des Hauses wartet auf Belebung. Und …? Na schauen wir mal. Kunterbunt wird’s bestimmt!


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2 Antworten zu 2025 – ein Rückblick mit Nachholbedarf

  1. Tina sagt:

    Liebe Judith, was für ein schönes Örtchen!
    Und was für schöne Worte!
    Habt einen guten Start in dieses neue Jahr,
    Und glaube mir, irgendwann schafft es der “Superhund” auf gut Pusteblume vorbei zu schauen!
    Viele liebe Grüße von Tofu, Stefan und Tina

    • Judith sagt:

      Daaaankeschön, ihr Lieben! Ja und der echte Superhund hier bei uns – das wäre natürlich meeeega! Euch auch Glück, Gesundheit, viele Leckerchen – und was man sonst so braucht, im neuen Jahr!

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