Soooooo. Vorgenommen hatte ich mir ja, nachdem diese Seiten hier in den letzten Jahren sehr, sehr arg vernachlässigt waren, nach jedem Quartal einen kleinen Lagebericht zu verfassen. Anfang April war es dann aber doch zu trubelig für ein paar ruhige Wörtchen auf dem stillen (w)örtchen – stand meine alljährliche Reise nach Bologna, zur Kinderbuchmesse an. (Über diese wird hier berichtet!)
Aber Anfang Mai ist auch kein so schlechtes Datum für die erste Haus-, Hof-, Tier- und Gartebilanz des Jahres, oder? Also … los!
Der Januar und der Februar waren … winterlich! Schnee gab’s und Kälte. Gar nicht so selten auch Dauerfrost. Und nicht so oft: Sonne.
Das Mottobild dazu ist daher dieses hier (wobei es nur ein paar Tage so aussah):

An sich ja nett (und so sauber) anzugucken, die „weiße Pracht“. Auf dem Land aber und wenn man auch noch Tiere hat, schon etwas herausfordernd. Die armen Hühner sind schneeblind – also schaufeln wir ihnen natürlich die Wege frei (sonst gehen die freiwillig gar nicht erst raus). Die Tränken schneien zu. Die Näpfe schneien zu. Die Menschen schneien zu (auch innerlich ein bisschen). Schneelawinen rutschen von Dächern. Und in heutigen Zeiten ist der Schnee zudem nicht sehr lange so dekorativ. Gerne ist nach einem halben Tag alles nur noch tröpfelploppender Matscheplatsch … Deshalb und dennoch: Besinnliche Wintermomente werden umso mehr genossen! Gerade wenn zum Schnee auch noch Sonne dazu kommt, dann hat das optisch schon was sehr, sehr Nettes (und so einige Tiere lieben es Schnee auch wirklich: Pferden und Hunden macht er richtig gute Hoppse-Laune und auch die Schweinchen haben nix dagegen):











Wobei Wollschwein Krümel, wie ihr da drüber seht, sich auch sehr gerne im trockenen Unterstand sonnt. Und was er nicht mag, ist Dauerfrost! Denn dann wird der Boden hart und kantig – und Krümel krabbelt ja seit Langem durch’s Leben, da kann er sich doof aufschürfen (weshalb wir in solchen Zeiten viel, viel, viel weiches Stroh für ihn verteilen.)
Nicht im Bild, die Schattenseite der schneeigen Fluffigkeit:
Die Rutschigkeit! Unsere Haflingerdame Sue haben wir eines Mittags ausgestreckt liegend und schon ziemlich erschöpft gefunden – sie kam selbst nicht mehr auf alle Viere. Und wer hier treu mitliest, der kann sich vorstellen, dass uns bei den auf-die-Beine-Stell-Versuchen nicht nur die Kälte sondern auch ein großer Schreck in die Knochen gefahren ist. (Wurde der Abschluss des letzten Jahres doch vom Abschied von unserer Pony-Pippilotta geprägt, die eben am Ende gar nicht mehr auf die Beine kam.)
Aber was Sue anging: alles gut! Obwohl sie tatsächlich ein paar Tage später nochmal gelegen war und wir da dann auch mal wieder unseren Tierarzt geholt haben, für eine Schmerzmittelgabe per Spritze (die ihr aber zügig aufgeholfen hat). Und, so viel sei gespoilert, wir haben den ollen Winter inzwischen gut und weitgehend wohlgelaunt überstanden!!! Auch dank der Wärme des bollernden Küchenofens, in dessen Nähe zumindest die Nicht-Stall-Tiere (inklusive der Zweibeinigen, ohne Federn) in der kalten, dunklen Zeit viel, viele Stunden verbringen. So wie Mieze Molly. Sie liebt ja diese DinA4-Große-Kleine Schachtel auf dem Küchentisch und schläft darin im Winter liebend gern eng zusammen gerollt:


Es war drinnen aber auch genug zu tun (auf recht ungemütliche Weise). Nachdem wir viele Jahre lang am Erdgeschoss herumrenoviert haben, ist nun der erste Stock dran – und das hieß erstmal: Alles raus! Erst die Möbel und viele, viiiiiiiiele Bücher und dann diverse Verkleidungen mitsamt allerlei rieselnder Rattenhinterlassenschaften aus den Decken. (ÜRKS sag ich dazu nur. Mehr nicht.)








Ja und dann der Februar. Da werden die Tage bekanntlich länger und das tut auch dann gut, wenn der Himmel mal wieder grau ist. Dazu noch die ersten Frühlingsblüher und zaghaftes, erstes Vogelgezwitscher und man denkt und hofft Jahr für Jahr das Schlimmste wäre überstanden.



Im Februar lassen sich die Sonnenstrahlen schon richtig genießen (in windgeschützten Ecken). Viel häufiger (nicht im Bild, weil nicht schön anzusehen) gab es allerdings dauertrübe Tage. Nasskalt neblig und brrrrrrrrrrrrrr …















Ziemlich oft seht ihr auf den Fotos, und das nicht von ungefähr, „unsere“ schwarzweiße Katze namens Bröselchen. Sie wird hier auch liebevoll „Schweinekatze“ genannt, lebt sie doch weitgehend bei Krümel und Fussel, mit denen sie richtig dicke ist. Wer hier mitliest, weiß schon: Sie ist uns (beziehungsweise den Schweinchen …) vergangenen Winter zugelaufen – und geblieben. Und inzwischen (und für uns anfangs nicht zu hoffen gewagt) ist sie soooooowas von zutraulich. Nur so richtig im Haus einziehen wird sie wohl nie, da haben die anderen Katzen, Molly und ihre Schwester Sticky, etwas dagegen. Auch die Hunde jagen ihr dooferweise zu gerne mal nach – denn solange sie eben nicht im Haus ist, bleibt sie für die beiden eine Fremdkatze. Teufelskreis!
Und hier ein paar Winter-Sorgenkinder im Detail und in Reihe:



Was Mieze Sticky anging, hatten wir etwas größere „Zwischendurchsorgen“. Sie bekommt seit Anfang des Jahres Medikamente wegen ihrer Schilddrüsenüberfunktion – nach etwas hin und her scheint sie nun gut eingestellt zu sein. Ihr ist nicht mehr schlecht, nicht mehr zu heiß, sie trinkt nicht mehr übermäßig viel – nur zugenommen hat sie noch nicht. Aber solange sie nicht weiter abnimmt und es ihr gut geht, sind wir erstmal beruhigt. Zur Not steht nochmal ein Bluttest beim Tierarzt an (was Sticky so ganz und gar nicht mag)!
Daneben seht ihr unsere gute Frau Scheck. Sie fing im Februar an zu schwächeln – wurde immer müder und langsamer. Dank Langzeitantiobiotika ging es ihr nochmal ein paar Wochen lang gut und sie hat das Hofleben in alte-Damen-Geschwindigkeit weiter wohlig mitgemacht. Aber im März ist sie (zumindest das!) ganz friedlich eingeschlafen. Dreiandhalb Jahre war sie bei uns. Vorher zwei Jahre beim Biobauern als Legehenne. Dort hätte ihr Schicksal als Zweitnutzungshuhn – sprich als Suppenhuhn – auf sie gewartet. Fünf Jahre ist für ein robustes Huhn kein beeindruckendes Alter. Aber Legehenne bleibt Legehenne und sie sind eben doch eher aufs Eierlegen als auf ein langes Leben gezüchtet. Vermutlich hatte sie eine Entzündung, im Hennen-Bauchraum entstehen die wegen der Dauer-Eierlegerei recht oft. (Bei den Zweitnutzungshühnern immerhin sehr, sehr viel seltener als bei den viel mehr geplagten Hybrid-Legehennen, die man auf konventionellen Höfen hält).
Danke für die schöne Zeit, du hübsche, nette Frau Scheck!
Und das war nicht der einzige Abschied:
Auch eine weiße Gackerdame ist im Winter gestorben. Eine derer, die keinen Namen hat, weil man hier doch nicht alle voneinander unterscheiden kann. Sie war augenscheinlich fit, lag dann aber auf einmal tot im Nest. So traurig und erschreckend sowas ist – so schön ist es, dass sie kein klitzekleines bisschen leiden musste.
Und unser Krümel hat uns Sorgen gemacht! Irgendwann habe ich erschrocken festgestellt, dass er unter seinen dicken Zottel-Locken ganz schön dünn geworden ist. Woraufhin es im Winter eine immer extra Mahlzeit aus vielen gekochten Kartoffeln gab. Mastfutter sozusagen! Etwas zugelegt hat er – und die Hauptsache: Es geht ihm gut! Er ist aktiv, hat Appetit, gute Laune … Aber Krümel ist nun mal inzwischen, wie sein Bruder Fussel, über zwölf Jahre alt und seit verrückten sieben Jahren ja zudem wegen eines Bandscheibenvorfalls ein Krabbelschwein. Das merkt man seinem Körper dann wohl doch so langsam an.
So. Und damit sind wir im März. Da war es schon wieder so trocken und matschfrei (und ist es derzeit immer noch – also schlichtweg ZU trocken können wir leider mal wieder sagen), dass wir die Weidesaison eröffnen konnten. Gras gab es noch nicht viel, aber die Abwechslung und Bewegung tat und tut Sue und Sancho nach dem faden Winter gut. Psychisch und Physisch. (Wobei die wilden Rodeo-Bocksprünge des Senioren-Duos beim ersten Koppelgang äußerst beeindruckend waren!) Zwischendurch hat Sue noch eine Physio-Einheit von der lieben Teresa Weiser bekommen. (Sie besuche ich mit Hund Johnny auch einmal im Monat: Massage, Lasern und Wasserlaufband gegen Arthrose-Schmerzen.)



Auf der Baustelle im ersten Stock hat sich im März einiges getan! Der menschliche Herr des Hauses hat mit Profi-Unterstützung neue Dachfenster eingebaut.



Ansonsten wurde soweit möglich jeder Frühlingsmoment genossen. Wobei wir uns immer wieder sehr daran erfreuen können, dass die Hühner inzwischen am ganzen Hof-Alltag teilhaben können. Mit unseren alten Hündinnen, Alma und Lila, haben wir uns nicht getraut, die Gackerdamen überall laufen zu lassen. Gerade Lila war doch zu sehr Jagdhund. Aber Coco und Johnny sind sowas von tiefenentspannt. Die wackeln nicht mal mit den Ohren, wenn eine der fedrigen Madames über sie drüber spaziert.







Im Garten war noch nicht so viel los – der war zu der Zeit sozusagen noch fast komplett nach drinnen verlagert. Viele, viiiiiele Vorzuchten (Paprika, Tomaten, Auberginen …) in zwei Wohnzimmer-Gewächshäusern und an den Küchenfenstern. (Wurde leider verpennt, zu fotografieren!)
Obwohl, ein bisschen was ist doch passiert da draußen. Links im Bild unten (neben dem Folien-Chaos ;-)) seht ihr neu angelegte Beete, nebst Beetabrenzungen. Diesen Winter waren die Schweine nämlich mal nicht zum Umbuddeln im Gemüsegarten, weshalb gartentechnisch mehr vorbereitet werden konnte. (Dafür haben die Grunzlinge aus Protest ruckzuck ihre Schweineweide rumgepflügt und aufgrund der Trockenheit wächst die gerade nur sehr, sehr zaghaft nach.)
Tja und im April war dann schon sooooo viel Frühling, dass sich unsere beiden Hähne, Peter und Paul in die Federn gekriegt haben! Einandhalb Jahre ist Paul nun da, nach seinem Einzug gab es einen großen Rangordnungskampf. Seitdem war Peter der Chef und die Herren hatten sich wunderbar arrangiert. Nun aber dachte sich Paul wohl, dass er den Alten so langsam mal ablösen könnte. Eine nervenaufreibende und sehr laute Angelegenheit! Dieses endlose Hin-und-Her-Gekrähe! Feuerwehr-Sirenen nix dagegen! Und immer wieder Kämpfen. Und Bluten! (Was sehr schnell geht, wenn die Herren sich an ihren gut durchbluteten Kämmen und Kehllappen erwischen.) Nach einigem hin und her ist nun (gerade?) Paul, also der Jüngere, der Chef – und Peter hält sich lieber abseits des Hofes auf. (Auf der Bank thronend, wie da im Bild, werden wir ihn deshalb so schnell vermutlich nicht mehr sehen. So geht’s …) Aber vorraussichtlich steht im Sommer wieder eine Hühnerrettung an (Gut Pusteblume statt Kochtopf für einen Trupp „aussortierter“ Legehennen), wir hoffen, dass Peter dann wieder etwas mehr Gacker-Gesellschaft hat.


Hier unsere drei putzigen „Schweinchen“, Krümel, Fussel und Bröselchen in Aktion:



Und da ein Gartenblick:
Nach und nach zogen immer mehr Vorzuchten aus Wohzimmer beziehungsweise Wintergarten ins große Gartengewächshaus. In frostigen Nächten mit Grabkerzen-Heizung. Feldsalat wurde geerntet. Wie auch der letzte Grünkohl. Und aus dem Gewächshaus leckerster Rucola (nicht im Bild) und Radieschen. ‚
Ebenso noch ungeknipst: Unser „ausgelagerte“ Gemüsegarten, oben auf unserer großen Obstbaumwiese. Außerdem haben wir dort einen grooooooßen Zaun aufgestellt. Ein ganzer Hektar ist jetzt eingegrenzt Das heißt, die Hundis können flitzen und andere Tiere (die kleiner als Pferde sind) und in Zukunft einziehen KÖNNTEN (ganz konkrete Pläne gibt es noch nicht), genauso.
Ja und natürlich blüht und summt und zwitschert es überall. Immer wieder ein Träumchen, so ein Frühling, nach der langen Frierer- und Warterei. (Wobei die Nächte und die Morgende auch Anfang Mai noch a…kalt sind. Mal schauen, was nach den Eisheiligen passiert.)








Hier nochmal etwas geballtes April-Idyll:









Ja und dann ging der April mit einer unerwarteten Wendung zu Ende. Am letzten Tag des Monats ist unsere, älteste, treueste Henne und zudem eine der bisher größten Persönlichkeiten im Hühnerstall und drumherum verstorben: Unsere Frau Willy!
Frau Willy hieß lange Frau Schwarz. Bis unser Neffe sie eines Tages für einen Hahn gehalten und ihr einen Vornamen verpasst hat. Seitdem war sie Frau Willy Schwarz. Sie war jetzt etwa zehn Jahre alt. Für gesunde, robuste Hühnerrassen durchaus kein unmögliches Alter. Bei uns bisher aber einmalig. Und doppelt einmalig, weil Willy eigentlich eine normale Legehenne war und die werden – wie ich oben schon geschrieben habe – aufgrund der ungesunden Züchtung doch sehr oft krank. (Diese Menschen!) Sie gehörte noch zu einer der ersten Hühnertruppen hier auf dem Hof- und wir haben sie tatsächlich auf einem Hühnerhof gekauft. Lange haben wir jetzt schon den Grundsatz, dass wir nur noch Tiere aufnehmen, die ein gutes Für-Immer-Zuhause suchen. Ein Hühnerhof der anderswo Legehennen einkauft, die wiederum in entsprechenden Zuchtbetrieben „produziert“ werden (auf wenig romantische Weise), ist für uns längst nicht mehr unterstützenswert. Aber auch wir haben erst nach und nach lernen müssen, was alles Unschönes hinter scheinbar idyllischer Hühnerhaltung steckt.
Unsere Frau Willy war nie krank. Hühnergeneration für Hühnergeneration hat sie hier hinter sich gelassen. (Gerade die benannten Hybridlegehennen sind meistens nicht mal drei Jahre alt geworden.) Frau Willy war stolz, neugierig und aufgeweckt. Den ganzen Tag ist sie ihre Runden gelaufen. Seit die Hühner sich überall frei bewegen können, vermutlich einige Kilometer am Tag. Und seit unsere Katze Bröselchen bei den Schweinen wohnt und dort auch gefüttert wird, hatte Frau Willy zudem ihre Vorliebe für Katzenfutter entdeckt und beinahe Schnabel ans Schnauze mit Bröselchen aus einem Napf gefressen. Ja und bis zum Schluss war sie einfach topfit! Hat sich absolut keine Schwächelei anmerken lassen. Am Vorabend hat sie uns im Gemüsegarten noch beim Kartoffelsetzen „geholfen“. Am Tag ihres Todes hat sie fleißig beim Mittagssnack mitgegessen – alles munter und frech wie immer. Und ein paar Stunden später haben wir sie tot im Nest gefunden. Es scheint, sie hat sich ganz entspannt zum Sterben zurück gezogen und ist friedlich eingeschlafen. Natürlich sind wir ganz schön erschrocken. Natürlich haben wir geweint. Und natürlich fehlt unsere beste Frau Willy. Aber hey, kann man es besser machen? 10 Jahre – und keinen einzigen Tag hat sie uns Sorgen gemacht. Und dann so ein Abgang!
Frau Willy, Frau Willy, du Wunderhuhn! Im Leben und im Sterben …
Ihr Grab hat einen Ehrenplatz. Neben Frau Maran, unserer zweitältesten Henne (sie war auf unserem Hof geboren und ist 8 Jahre alt geworden) und neben unseren geliebten Hundedamen Alma und Lila.
Danke Frau Willy. Wir vergessen dich nie!
Und vielleicht mach ich mit dem Mai also einfach im nächsten Beitrag weiter … Ein würdiger Abschluss, oder?
Bis BALD!

