… und auf einmal ist Winter!

Erstmal an dieser Stelle eine riesige Entschuldigung! Lange, laaaange wurde hier nicht berichtet, was rund um Haus und Hof und Garten und Getier los ist.
Das lag zum einen daran, dass mehrere Bücher gleichzeitig auf dem Schreibtisch der Frau Autorentante lagen und geschrieben werden wollten. Außerdem waren im Herbst doch tatsächlich wieder mal (für eine kleine Weile jedenfalls) Lesungen an Schulen möglich und der hiesige Schreibtisch stand dementsprechend oft etwas einsam. Ja und dann kam auch noch recht spontan eine Küchentotalbaustelle dazu (siehe unten). Wenig Raum für nette, gemütliche stille-(w)örtchen-Schreiberei.

Inzwischen ist nicht nur der Sommer, sondern auch der Herbst (mindestens meteorologisch aber auch schon lange gefühlt) vorbei. Die Tage sind kurz, dunkel, kalt – und meistens nass.

Das Thema „Nass“ hatten wir ja schon im August zu Genüge. Mitte Dezember fühlt sich das noch mal anders an. Nass und kalt. Und Matsch und Platsch. Und viel Nebel wenig Sonne. Schon der oft goldene Oktober war leider nicht ganz leuchtend wie erträumt.

Ein paar kunterbunte Erinnerungen gibt es ab trotzdem!

Als erstes gleich mal eine gute Nachricht: Anders als im August befürchtet, wurde es am Ende doch noch etwas mit der Tomatenernte! Sämtliche Pflanzen hatte zwar tatsächlich die Braunfäule ruckzuck dahin gerafft. Aber im Gewächshaus sind trotzdem viele, viele Früchte reif geworden. Und so haben diese nicht nur den oft zu grauen Sommer versüßt, sondern auch die Vorratskammer ist saucentechnisch wieder bestens ausgestattet. Viele Gelegenheiten also, um im Winter den Sommer zumindest geschmacklich herbei zu rufen.

Ansonsten hat die viele Nässe die Ernte dieses Jahr ziemlich vermasselt. So, wie noch nie. Der Kohl wurde fast komplett von den Schnecken weggemampft. Der Rotkohl. Der Weißkohl (wieder nix mit Sauerkraut). Ja und auch der Palmkohl, der Braunkohl und der gute Grünkohl – die alle schon im Vorzuchtstadium. Die Schnecken haben einfach mehrmals das kleine Gewächhaus überfallen. Der erste völlig grünkohllose Winter hier auf dem Örtchen! Seufzschniefschluchz.

Dafür sind die Auberginen im Gewächshaus noch rechtzeitig reif geworden. (Sehr kleine Exemplare. Klein aber fein.)

Die Paprika zwar nicht – aber sie sind im Wintergarten nachgereift. (Allerdings gibt es da leider kein Beweisfoto.)

Und für die Kürbisse war es ein richtig gutes Jahr. Hier wird derzeit sogar immer noch fröhlich Suppe gekocht.

Das Wurzelgemüse jedoch ist auch entweder von den Schnecken verspeist worden oder im Unkraut, dem der nasse Sommer bestens gefallen hat, auf Nimmerwiedersehen verloren gegangen.
Irgendwann haben die menschlichen Zweibeiner das Suchen und Finden und Schneckensammeln einfach lustlos und erschöpft aufgegeben und sich stattdessen den innenliegenden Räumlichkeiten zugewendet. Und mal eben die Küche rausgerissen! Das war an sich schon angedacht. Nur nicht mehr für dieses Jahr. Aber wenn das Schicksal ruft – dann greift man eben schon mal nach der Abrissbirne.


Wie man es so gerne in den 70ern gemacht hat, war die alte Decke (die von der Zeit, als das Haus damals noch ein Fachwerkhaus gewesen war) abgehängt. Ab dem Herbst wurden dort oben immer zahlreiche wilde Nagetier-Partys gefeiert. Bowlingpartys. So hat es sich für die Daruntersitzenden jedenfalls angehört! Und leider haben die Feiernden nach der Fete nicht aufgeräumt. NIE.
So haben die menschlichen Zweibeiner hier einen sonnigen Septembersamstag mit diversen Säuberungsarbeiten verbracht …


Dann wurden erstmal wochenlang Wände und Decken neu mit Lehm verputzt, Theken aus Lehmstein gemauert, die Theken und der Boden gefliest (mit wunderhübschen Tonfliesen) und Holzboden verlegt …

Derzeit fehlen noch die neuen kunterbunten Wandfliesen. Und Schranktüren. Und eine neue Küchentür. Uuuund diverse Regale und Schränkchen… Aber es ist eeeeendlich wieder wohnlich! Nicht nur das. Sogar sehr, sehr gemütlich. Das tröstet über die ewige Nebeldüsternis da draußen ein wenig hinweg.


Trotzdem geht es jetzt noch mal zurück hinaus. Und zeitlich und fotografisch zurück in den Spätsommer.

So wurden im September hier zum ersten Mal diese zauberhaften Wuschelpuschel entdeckt. Und zwar an Hagebuttensträuchern. Es ist die Galle der gemeinen Rosengallwespe. Schick, oder?

Es gab Besuch in der Schweinesuhle. Allerdings nur als kleinen Zwischenstopp:

Es wurde überhaupt noch mal fleißig geplantscht und gepantscht.

Nicht nur schweinerseits in der Suhle.

Und jeder Sonnenstrahl wurde so gut es nur ging ausgiebig genutzt.

Manchmal wurde es auch richtig wild.

Aber ein bisschen fleißig waren wir zwischendurch auch!
Der ökologische Waschmittelvorrat wurde wie üblich im Herbst fleißig aufgestockt:

(Der Kastanienhaufen ist inzwischen kleingeschnitten und getrocknet und damit bereit, in der Waschmaschine zu landen. Die in den Kastanien enthaltenen Saponine machen es möglich.)

Und nach ein paar Jahren Pause (vorallem aufgrund zu später, zu starker Fröste im Frühjahr), stand eeeeeeeendlich mal wieder Apfelernte auf dem Programm!

Die Pflaumen dagegen sind alle – warum auch immer – am Baum verfault.
Dafür wurde eine gar nicht mal so kleine Quitten- und Mispelernte eingefahren.

Hier eine Quitte. Eine Mispel müsst ihr euch leider dazu denken. Anscheinend ist sie der Fotolinse komplett entwischt! Dabei Mispeln so schick und lecker – und so rar geworden, dass viele sie gar nicht kennen.

Die Quitten wurden zusammen mit Äpfeln zu Mus. Und die Mispeln bemühen sich gerade, kleingeschnitten und umhüllt von einer Mischung aus Zucker und Korn, Likör zu werden.

Ganz treue Leserinnen und Leser erinnern sich vielleicht an die tollen Blüten der Kornellkirschen im Frühling. Im Herbst gab es die passenden Früchte. Die durften aber mal wieder am Baum hängen bleiben. Die Verarbeitung der ebenso leckeren wie winzigen Früchtchen ist ziemlich aufwändig und keiner hat sich dazu aufgerafft.

Tja und da war es mittlerweile schon längst wieder Zeit für die Schwalben gewesen, sich auf der alten Fernseantenne zu sammeln und und bis zum nächsten Jahr von uns zu verabschieden. Tschüüüüüüüüüüüß, ihr!

(Wer noch nicht weiß, was für ein netter Schwalbensommer das hier gewesen war, sollte hier auf dem stillen (w)örtchen etwas zurück blättern.)

Tja und plötzlich ward die Sonne nur noch sehr, sehr selten gesehen.

Stattdessen viel, viel Suppe.

Und Matsch.
(Wovon sich die Schweiner und die Hühner zum Gück nie die Laune vermiesen lassen!)

Manchanderer dagegen ist derzeit froh, wenn er im Trockenen bleiben darf.

Ein bisschen Schnee gab’s auch. Na gut. Schneematsch natürlich. Da kann man schon mal fragend den Rüssel runzeln, was das jetzt wieder soll.

Oder die Schnauzen.

Wobei die weiße Pracht (zumindest ein, zwei Stunden lang, bevor sie dann auch wieder patschender- matschenderweise verschwindet) schon sehr nett anzusehen ist!

Soviel zum Jahr 2021!

Bleibt gesund und fröhlich! Egal ob mit Sonne oder ohne. Von diversen Pandemien ganz zu schweigen …
Hier wird bis dahin – und darüber hinaus – noch möglichst gemütlich weiter renoviert. (Nach der Küche verlangen auch Flur und Bad noch nach Aufmerksamkeit.) Und es wird weiter sehnsüchtig auf ein paar warme, helle Strahlen von oben gewartet. Und allem Matsch zum Trotz kommt demnächst ein groooooßes neues Gewächshaus in den Garten. Auf dass es nächstes Jahr mit dem lieben Gemüse wieder etwas besser klappt! Und sonst … ? Na, schauen wir mal!

Über Alma und Lila

Wir sind die Hofhunde auf dem Örtchen - auch liebevoll Terrortölen genannt. Wer zu Judith und Steffen will, kommt an uns nicht unbebellt vorbei.
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