Gerettete Hühner, Sauerkraut und – Toooooomaaaaaaten!

… äh, ja hoppla – wo ist denn jetzt bitte schon wieder der Sommer hin? Es spätsommert gewaltig! Aus dem guten Vorhaben, einen Zwischenlagebericht zu schreiben, ist leider nichts geworden. Nunja, dafür gibt es hier nun extra viele Bildchen.

Halten wir uns mal grob an die Reihenfolge der Überschrift:

Vor ein paar Wochen gab es allerlei Sorgen, Schniefereien und schließlich auch Tränchen. Wir mussten wir von unserer ältesten, treuesten Henne Gockgock Chanel Abschied nehmen (ihr seht sie zum Beispiel hier). Sie hatte eine Kropfverstopfung, die auch vom Tierarzt operiert wurde. Danach sah es eigentlich ganz gut aus – aber dann hat sie plötzlich doch wieder sehr geschwächelt und am Ende hat es die Arme nicht mehr geschafft. Als kleinen Trost haben wir zur gleichen Zeit beim hiesigen Bio-Bauern (wie mittlerweile jedes Jahr) zehn Gackerdamen vor dem Schicksal bewahrt, als Suppenhuhn zu enden. Die Damen haben sich ruckzuck eingelebt, erkunden neugierig jeden Winkel und sind sehr, sehr hübsch, nett und liebenswert:

Zweites Schlagwort: Sauerkraut!
Nach ein paar Jahren Pause haben wir dieses Jahr endlich mal wieder eigenen Weißkohl ernten können. Eigentlich hätte er ja noch eine Weile im Beet bleiben dürfen – aber etwas gar Schreckliches ist passiert: Ein mieser, fieser Erdflohüberfall! Zu Hunderten, Tausenden, ABERTRAUSENDEN sind die kleinen, hüpfenden Käfer (die nur „Floh“ heißen) über die Kohlpflanzen hergefallen. (Und außerdem über den Meerrettich und die Kapuzinerkresse – interessante kulinarische Vorlieben.).
So haben die Kohlblätter ausgesehen – dabei waren es soooooo schöne Pflanzen:

… doch da die winzigen Verbrecher inzwischen wieder verschwunden sind, haben wir Hoffnung, dass sich ein paar Pflanzen noch erholen (Ein Winter ohne Grünkohl! Das wäre einfach … das wäre … also … hach – da fehlen die Worte!)

Jedenfalls wurde der Weißkohl schnellstens gerettet – sprich: kleingehackt!

Sensationeller Weise konnten, bevor alles im Gärtopf gelandet ist, auch noch heimische Karotten zugefügt werden. In acht Jahren auf dem Örtchen ist es dieses Jahr sage und schreibe die zweite Karottenernte gewesen. Freude! (Wie sie duften! Wie sie schmecken! Wie sie zwischen den Zähnen knirschen, wenn man sie nicht gründlich putzt – also die Möhren, nicht die Zähne.)

Zwiebeln aus eigener Ernte kamen auch noch dazu (sie sind ein paar Wochen im Korb getrocknet – deshalb die Spinnweben):

Nun blubbert alles im Gärtopf vor sich hin und versüßt einem die Vorfreude auf den Winter. Aber vorerst bleiben wir trotzdem lieber noch beim Sommer!

Schlagwort Nummer drei: Toooooooooomaaaaaaaten!
Es wurde andernorts hier bestimmt schon erwähnt, locker 400 Tomatenpflanzen wurden den Winter- und das Frühjahr über im Wohnzimmer unter der Sonnenlichtlampe vorgezogen, umgetopft, noch mal umgetopft. Hinaus in den Wintergarten ins Mini-Gewächshaus (mit Wärmematte) getragen. Vom Wintergarten ins Gewächshaus … So einige wurden verschenkt und der Rest einfach ÜBERALL auf dem Örtchen verpflanzt. (So wachsen zum Beispiel einige wilde Tomaten im Schweinegehege.)

Aber hauptsächlich gehören sie hier her – ins Gewächshaus:

Allerlei verschiedene Sorten wachsen darin. Große und kleine. Runde und Lange. Gelbe, Orangene, Rote, Grüne (noch Grüne und Immergrüne), Lilane …
Hier eine kleine Auswahl:

Draußen sieht es – unter anderem – so aus:
Das sind die Tomaten, die unter dem neuen, mobilen Wetterschutz stehen (der war einst mal ein Traktoranhänger). Allerdings hat sich der Topinambur etwas breit gemacht. (Notiz – wie jedes Jahr – für nächstes Jahr – BEIKRAUT etwas eindämmen. Nicht nur bei den Tomaten.)

Hier die Tomaten, die vor’m südlagigem Pferdestall wachsen. Das Plätzchen ist zudem ein beliebter Hühnertreff. (Wegen eines kleinen Dachvorsprungs ist die Erde darunter auch bei Regen recht trocken und taugt immer bestens für ein Staubbad.)
PS: Wie man sieht werden hier alte Heuschnüre zum Tomatenbinden benutzt. Nicht sehr schick, aber praktisch und Recycling ist ja immer gut.

Und das sind die echten Freilandtomaten. Die Pflanze sieht zwar etwas von hier aus etwas mickerig aus, die Tomaten selbst wachsen und erröten aber bisher tadellos (nur ein paar wenige sind von Mäusen angeknabbert worden):

Dass es im Freiland bisher so gut klappt, liegt natürlich daran, dass der Sommer mal wieder viiiiiel zu trocken war. Zwar feuchter als in den letzten beiden Jahren – es hat zumindest immer wieder mal geregnet. Aber ohne Bewässerung mit Brunnenwasser wäre das alles nix geworden.

Vorbildlichst verhält sich in dieser klimawandlerischen Saison auch das Basilikum.

So wächst es im Gewächshaus:

So sieht es in der Schüssel aus:

Und so, wenn es zusammen mit Öl und gerösteten Sonnenblumenkernen zu Pesto püriert wurde:

Knapp zehn kleine Gläschen wurden es. Damit sie auch im Winter noch an den Sommer erinnern können, lagern sie im Tiefkühlfach.

Achja ganz vergessen – die Tomaten bleiben natürlich nicht am Strauch, um da hübsch auszusehen und dann irgendwann als Mäusefutter zu enden. So einige Körbe voll wurden bisher aus den Beeten und Gewächshaus Richtung Haus und Hof geschleppt und in diversen Variationen verspeist – und in zahlreichen Gläsern als Soße konserviert.

Auch Lila freut sich sehr über die Tomatenschwemme – doch eigentlich pflückt sie die Früchte am Liebsten höchstpersönlich vom Strauch.

Und sonst so? Ach jaaaaa, was ganz Neues gibt es! Das erste Mal wachsen hier Süßkartoffeln! Das hier sind die Pflanzen – und wir sind schon sehr gespannt, was unterirdisch so passiert ist.

Nach längerer Pause sind auch mal wieder ein paar Kichererbsen gewachsen. Hier eine (schwarze!) Erbse mitsamt Schote. Alles in allem ergab die Ernte aus dem kleinen Beet ein Gläschen voll. Nichts für die Vorratshaltung, aber gut für die langsame Saatgutvermehrung.

Auch Auberginen hatten wir die letzten Jahre nicht – irgendwie haben sich die Pflanzen vehement gewehrt, was zu werden. Aber diesmal sieht es gut aus. Nicht nur die Blüten sind adrett …

… auch die Früchte!

(Wobei die lila Auberginen – was man hier auf dem Bild nicht erkennt – keine fünf Zentimeter lang sind. Echte Miniaturexemplare. Aber vielleicht wollen sie ja auch noch ein wenig wachsen.)

Und hier, sozusagen als Beispielbild für die anderen Beetpflanzen (neben Petersilienwurzel, Schwarzwurzel, Pastinake, Zucchini und Co) – eine weiße Bete. (Könnte man schon essen, wenn man wollte. Aber dann fühlen sich ja die Tomaten vernachlässigt!)

Kurz gesagt: Einiges los im Sommer! Aber all das Geernte und Gemampfe macht ziemlich glücklich – wie man an Fussel sehen kann. Paaaaaartyschwein!

Womit wir uns thematisch uns doch glatt noch mal dem lieblichsten Getier zuwenden. Denn das ist auch im Sommer sehr dekorativ:

Krümel beim Topinamburblätter-Mampfen zum Beispiel:

Oder Sticky auf der Sonnenliege:

Oder Molly, wie sie sich auf Judiths Lesungskram räkelt (denn die Frau Autorentante hatte im August tatsächlich die allererste Lesung des Jahres. Coronazeugs zum Trotz! Aber vielleicht wird da noch andernorts drüber berichtet – falls sich ein paar Beweisbilder finden.)

Und hier – Hofstilleben mit Hundemeute:

… und mit Katze!

Netten Besuch hat der Sommer auch mit sich gebracht.

Frau Hirschkäfer zum Beispiel:

Oder die hübsche Egelschnecke, die sich in der Spüle im Salat versteckt hat (dabei mögen die doch angeblich gar keinen Salat, sondern nur abgestorbene Pflanzen und die Gelege der bösen, bösen Nacktschnecken. Hm ….)

So. Soviel also zum Sommer. Genießt ihn noch – und wir lesen uns im Herbst!

Über Alma und Lila

Wir sind die Hofhunde auf dem Örtchen - auch liebevoll Terrortölen genannt. Wer zu Judith und Steffen will, kommt an uns nicht unbebellt vorbei.
Dieser Beitrag wurde unter Grünzeug, Örtchen, selbermachen, tierisch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.